In den vergangenen Jahren ist es ruhig ums Gemsle geworden. Dem nun schon betagten Eugen Burtscher ist es immer schwerer möglich, einen regulären Betrieb aufrechtzuerhalten. Aufgrund von ungeklärter Nachfolgerschaft blickt diese Institution einer ungewissen Zukunft entgegen.

Das Große Walsertal mit seinen etwa 3300 Einwohnern besteht aus sechs Verwaltungseinheiten, die den jeweiligen Dörfern wichtige Identität verleihen. Als Nachteile werden dieser Struktur gelegentlich mangelnder Gemeinschaftssinn und Defizite in der Kommunikation zur Last gelegt. Mit der weitgehenden Stilllegung des Gasthauses Gemsle kommt der Talbevölkerung ein über Jahrhunderte tradierter Versammlungsort abhanden.

Im Rahmen des Walserherbstes 2012 wird dieser besondere Ort wiederbelebt. Bereits ab zwei Wochen vor dem offiziellen Beginn des Festivals steht das Gemsle, für insgesamt fünf Wochen täglich geöffnet, wieder jedem Gast zur Verfügung. Als Tagungsort der Bürgermeister, Lehrer und Katecheten, als Treffpunkt für alle Talbewohner, für Festivalbesucher und Gäste, woher auch immer sie kommen.

Auftritte von Musikern, Anlässe zu Gesprächen und eine Reihe ausgesuchter Gastköche und Gastköchinnen - aus dem Tal und von weit her angereist - überbrücken für fünf Wochen die entstandene Lücke und feiern in seiner Anwesenheit Eugen Burtscher, den amtierenden und vielleicht letzten Wirt des Gasthauses Gemsle.

Mit Beiträgen von:

Roland Velich, Christian Seiler, Josef Helm, Johann Reisinger, Werner Tschidel, Rosi Schuster, Katia Schneider, Vinzenz Klimmer, Oskar Ammann, Imre Halasz, Zita Zech, Cornelia Zech, Klaudia Rinderer, Martina Türtscher, La-Or Burtscher, Klaus Feurstein, Ferdinand Lutz, Robert Knox, Michael Gamon, Luke Matthews, Peter Pölzl, Gabriele Stahl, Dieter Würch, Elisabeth Payer, Geli Salzmann, Markus Gohm, Gertrud Mikula, Guntram Domig, Rainer Ganahl, Matthias Zanona, Michael Friedl, Philipp Furtenbach, Philipp Riccabona, Thomas A. Wisser, Rainer Fehlinger, u. a.


CLUB OF PLENTY - clubofplenty.org

 

gemsle

"missing gemsle" ist eine Veranstaltung des CLUB OF PLENTY in Zusammenarbeit mit dem WALSERHERBST Festival..

„Durch Jahrhunderte war das Wirtshaus zum Rappen, heute Gemsle genannt, die wahrscheinlich bedeutendste Gaststätte des Tales. An der Nahtstelle der drei großen Siedlungsräume gelegen, hatte das Gasthaus in Garsella eine gewisse Brückenfunktion und diente einst auch als Sitz des unteren Walsergerichtes und als Wirtschaftszentrum. Wegen seiner zentralen Lage, und weil sich alle Wege nach Garsella neigen, da es mit 733 m Seehöhe tiefer als alle übrigen Talsiedlungen liegt, war es seit jeher ein Treff- und Sammelpunkt des Tales. Lange Zeit war Garsella Tagungsort der Bürgermeister, Lehrer und Katecheten - für das ganze Tal entscheidende Fragen politischer, wirtschaftlicher und kultureller Natur reiften in dieser von Wald, Wassern und Bergen umschlossenen Einsamkeit zum Wohle der Walser zu wertvollen Entscheidungen, Plänen und Taten.“

aus: Dobler Eugen, Gasthäuser im Großen Walsertal, 1994

Der heutige Wirt Eugen Burtscher hat den Betrieb 1980 von seinem Vater Oswald übernommen. Über dreißig Jahre hat dieser Mann engagiert in seiner besonderen Art das Gemsle zu einem Begegnungsort der Bewohner aller Dörfer des Tales gemacht. Neben Erwachsenen konnte der Wirt durch seine Aktivitäten auch jüngeres Publikum ansprechen.




gaemsle



GASTKOCHBEITRÄGE

Claudio Andreatta, Konstantin Filipou, Jörg Wörther, Simon Xie Hong, Richard Rauch, Rätus Wetter, Hanni Rützler, Roland Velich, Dominik Flammer, Josef Helm, Felix Vidensky, Thomas Maurer & Florian Scheuba, Katia Schneider, Severin Corti, Florian Holzer, Katharina Seiser, Stephan Gruber, Michael Seidl, René Lehner, Peter Pölzl, Dieter Würch, Hermine Stahl, und andere.


VORTRÄGE UND GESPRÄCHE ZU FOLGENDEN THEMEN:


BROT
FLEISCH
KÄSE
GEMÜSE
BIER
WEIN
KAFFEE


GESCHICHTE DES IMBISSES
IMBISS UND MIGRATION
STADT TRIFFT SICH BEIM IMBISS
IMBISS ERNÄHRUNGSWISSENSCHAFTLICH BETRACHTET



Alle interessierten Stadtbewohner sind herzlich zur Teilnahme am Forum zur Imbisskultur eingeladen, Anregungen und Beiträge sind sehr willkommen.
Für sämtliche Informationen zu den Gesprächen und Gastkochbeiträgen bitten wir Sie, uns vor Ort zu besuchen.

Der Club of Plenty dankt der Sammlung Lenikus, Joseph Weghaupt und AO&.


CLUB OF PLENTY - clubofplenty.org

 

schnellimbiss

Der CLUB OF PLENTY veranstaltet das 1. Wiener Forum zur Imbisskultur.

Ein Imbiss ist die kleinste, einfachste Einheit von fertig zubereitetem,
sofort genießbarem Essen. Während diese einfache Kost zunehmend vernachlässigt wird, erfährt das oberste Segment der Gastronomie immer größere Aufmerksamkeit. Zu Zeiten, in denen ein großer Teil der Menschen weniger Bereitschaft zeigt, für Mahlzeiten außer Haus viel Geld auszugeben, 
könnte eine lebendige, zeitgemäße Imbisskultur auch die Bedürfnisse
anspruchsvoller Esser befriedigen und eine preiswerte, ausgewogene Ernährungsform für Stadtbewohner darstellen.

Ein Imbiss ist Treffpunkt und bietet Raum für Kommunikation zwischen Menschen verschiedener Altersstufen, Milieus und Interessen.

Der CLUB OF PLENTY organisiert Vorträge und Diskussionen und lädt Fachleute, Menschen mit Leidenschaft, sowie die interessierte Öffentlichkeit ein, mit Anregungen und kulinarischem Einsatz zur Belebung der Imbiss-
kultur beizutragen. 

AO& adaptiert die Räumlichkeiten und bereitet die kulinarische Grundversorgung. 
Von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr nachts wird Essen angeboten; 
zum Mitnehmen, oder um damit vor Ort zu verweilen und sich auszutauschen.


MÜLLENDORF IM BURGENLAND
über die Koexistenz von Industrie und Natur,
die Renaturierung des Kreidesteinbruchs und die Schaffung einer
vielfältigen Kulturlandschaft

BURGENLAND IM BURGENLAND
über das Selbstverständnis einer Region, ihre Menschen, Produkte
und Vorhaben

BURGENLAND IM AUSLAND:
Wie und warum burgenländischer Wein
in Kopenhagen Karriere macht 

SELBSTVERSORGUNG ALS ÜBERLEBENSDIMENSION
Krisenszenarien und Nahrungsmittelautarkie

SELBSTVERSORGUNG ALS SCHULVERSUCH
Grundrisse eines Qualitätsmodells

VON DER KREIDE
Weine aus Champagne, Burgund, St. Georgen, etc.


KREIDE ensteht in Zusammenarbeit von AO&, MORIC,
der MÜLLENDORFER KREIDEFABRIK und dem CLUB OF PLENTY.

 

kreide
Müllendorf liegt im nördlichen Burgenland, am Südhang des Leitha-
gebirges. Im Gemeindegebiet gibt es bedeutende Kreidevorkommen. 
Das Symposium KREIDE findet mitten im Steinbruch der Müllendorfer Kreidefabrik statt. Bei einem Abendessen kommen an sechs Abenden Persönlichkeiten verschiedener Richtungen zusammen, um Themen
wie Autarkie, Selbstversorgung, sowie ortsbezogene Zusammenhänge (Landwirtschaft, Raumplanung, Tourismus, Qualitätsbegriffe, etc.) zu diskutieren. Diese Zusammentreffen finden im Hangar des Raupen-
baggers statt. 

Die Gruppe AO& adaptiert diesen Ort  und kocht Speisen aus Zutaten der unmittelbaren Nachbarschaft. Roland Velich stellt Weine vor, die auf Kalk-
und Kreideböden gewachsen sind. (Champagne, Burgund, Burgenland etc.) KREIDE zeichnet den Beginn einer umfassenden Regionalentwicklung im Raum Müllendorf, einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit der Rolle
von Regionen und deren Besonderheiten im internationalen Vergleich.

muellendorf

muellendorf

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Die Mittel, auf die der COP zurückgreift, sind breit gefächert und unter-schiedlich. Sie reichen von punktuellen, einmaligen Aktionen zu lang-
fristigen Modellversuchen. Das Vokabular des COP wird Symposien und Vorträge, Interviews und interdisziplinäre Dialoge, sinnliche Erfahrungen
und analytische Publikationen umfassen. Wiederkehrende Veranstaltungen
und Versuchsreihen werden von Einzelaktionen ergänzt, intellektuelle Auseinandersetzungen um Schulungen von Geschmack, Wahrnehmung
und handwerklichen Fertigkeiten bereichert.

Fülle, Menge, Reichtum, Überfluss: 
Da das Thema Essen und Trinken nahezu alle Fakultäten menschlicher Erfahrungen und gesellschaftlichen Zusammenlebens berührt, ist
PLENTY Programm. 
Handfeste Auseinandersetzung. Unter der Oberfläche. Keine Denkverbote. 

 

CLUB OF PLENTY

Plenty ist ein englisches Wort und bedeutet
Fülle, Menge, Reichtum, Überfluss.

Im Sommer 2011 gründen Philipp Furtenbach, Christian Seiler und
Roland Velich den Club Of Plenty (COP). 

Der Club beschäftigt sich mit Essen und Trinken 
und den vielfältigen, damit verbundenen Fragen zur täglichen Ernährung,
zu geographischen und biologischen Hintergründen, zu ökonomischen, soziologischen und kulturellen Zusammenhängen, zu Fragen der Politik, Philosophie und Ethik.

Der Club verfolgt das Ziel, gemeinsam mit zugewandten Menschen 
ein zeitgemäßes Verhältnis von Mensch und Landschaft zu ergründen, 
Zusammenhänge von Produktion und Verteilung aufzuzeigen, gesellschaftliche Gewohnheiten zu hinterfragen, Entscheidungsträger mit gewonnenen Erkenntnissen zu konfrontieren, Avantgarde und Gesellschaft
zu vernetzen, in Wort und Tat Alternativen zum Status quo aufzuzeigen.